Wozu braucht man ein Wohnungsübergabeprotokoll?

War der Kratzer im Laminat schon vor dem Einzug da? War die Kachel im Bad schon immer locker? Diese oder ähnliche Fragen stellt man sich oft, wenn es um die Übergabe der Wohnung an den Vermieter geht. Damit es dann nicht zum Streit kommt, sollten Vermieter und Mieter beim Ein- und Auszug eine Wohnungsübergabeprotokoll anfertigen.

Bei der Wohnungsübergabe müssen sowohl Mieter als auch Vermieter gut aufpassen. Übernimmt der Mieter eine beschädigte Wohnung und dokumentiert dies nicht, so steht er beim Auszug schnell als Schuldiger da und riskiert damit die Rückzahlung seiner Mietkaution. Aber auch der Vermieter kann hinterher einen Schaden nur schwer beweisen, wenn der Zustand der Wohnung beim Einzug nicht dokumentiert wurde. Ein Wohnungsübergabeprotokoll erspart somit beiden Seiten sehr viel Ärger.

Um genügend Zeit zu haben eventuelle Mängel zu beseitigen, sollten sich Vermieter und Mieter mindestens eine Woche vor dem Ein- oder Auszug treffen, um die Immobilie zu besichtigen. Zum Besichtigungstermin erscheinen dann der Vermieter und der Mieter, oder gegebenenfalls eine dritte bevollmächtigte Person. Aber auch der Vermieter kann sich durch die Hausverwaltung oder einen Makler vertreten lassen. Zusätzlich kann es hilfreich sein, wenn eine neutrale Person zur Besichtigung anwesend ist.

Wohnungsübergabeprotokoll nur bei Tageslicht

Die Besichtigung erfolgt dann am besten bei Tageslicht, damit weniger Schäden übersehen werden. Planen Sie genügend Zeit ein, um die Immobilie wirklich gründlich überprüfen zu können. Achten Sie unter anderem darauf die Zählerstände abzulesen. Auch auf Kratzer im Fußboden oder Wasserflecken an den Wänden oder Decken, sollten Sie besonders achten. Sollten Schäden entdeckt werden, so werden diese im Wohnungsübergabeprotokoll festgehalten. Wenn das Übernahmeprotokoll die Übergabe eines Hauses dokumentiert, so muss es um einige Punkte erweitert werden. Zum Beispiel, wenn ein Gartenhäuschen oder eine Garage mitvermietet werden, so muss auch deren Zustand dokumentiert werden. Damit stellt es nämlich eine umfangreiche Bestandsaufnahme der Immobilie zum Zeitpunkt der Übergabe dar. Das Protokoll wird dann sowohl an den Vermieter als auch an den Mieter verteilt.

Schäden entdeckt bei Wohnungsübergabe

Sollten Sie bereits bei der Übergabe Schäden entdecken, so lohnt es sich diese mit einem Foto zu dokumentieren. Wenn es einmal zu einem Streitfall kommen sollte, so erkennen Gerichte diese Fotos als Beweis an. Weiterhin ist zu beachten, dass der Mieter eine Immobilie stets besenrein übergeben muss. Dies ist nicht nur eine Bedingung aus dem Mietvertrag, sondern es ist auch eine gesetzliche Pflicht. Um die Wohnung als „besenrein“ bezeichnen zu können, müssen zum Beispiel Fliesen, Parkett und Laminat ordentlich ausgefegt und Kalkablagerungen und Schmierschichten in der Küche entfernt werden. Bei Renovierungen muss der Mieter die Schäden, die er verursacht hat, auch wieder bereinigen. Die Wohnung muss renoviert übergeben werden, wenn es der Mietvertrag so verlangt.

Sollten trotz einer sorgfältigen Wohnungsübergabe Schäden in Erscheinung treten, so muss der Vermieter schnell handeln und seinen ehemaligen Mieter schnell zur Nachbesserung auffordern. Denn ab Rückgabe der Wohnung verjähren ihre Ersatzansprüche in der Regel nach sechs Monaten

Möchten Sie beim Übergabeprotokoll auf Nummer sicher gehen? Kontaktieren Sie uns! Wir beraten Sie gern.

 

Nicht gefunden, was Sie suchen? Dann lesen Sie hier:

https://www.juraforum.de/ratgeber/mietrecht/schadensersatzanspruch-des-vermieters-wegen-beschaedigung-der-mietwohnung-erfordert-keine-vorherige-fristsetzung-zur-schadensbeseitigung

https://www.mietrecht.org/mietvertrag/besenreine-uebergabe/

 

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.

 

 

Foto: © scornejor/Depositphotos.com

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